6 Monate

15. Juli 2011

ist es her, da bist Du von Deiner Schwester und Deinem Papa zu Hause begrüsst worden. 6 Monate – unglaublich, wie die Zeit vergeht.

Dank Deiner Turnübungen im Bauch (Du hast Dich ungefähr einmal am Tag 360 Grad gedreht – und das in der 35. SSW!) haben wir alle daran geglaubt, dass Du Deiner Schwester in Sachen Energie ohne Probleme Konkurrenz machen wirst. Dem ist nicht so – zum Glück. Auch wenn Du nicht das Baby bist, welches den ganzen Tag nur rumliegt und keinen Mucks von sich gibt, so hast Du doch eine gemütlichere Natur als Deine Schwester. Drehen kannst Du Dich zwar schon – aber das muss man ja nicht immer machen. Daliegen und warten, dass Mama das erledigt funktioniert ja auch! Robben oder krabbeln interessieren Dich scheinbar noch garnicht – macht ja auch nichts. Dafür redest Du den ganzen lieben langen Tag – mit wem oder was sich auch gerade die Möglichkeit ergibt! Und Du isst – für zwei! So etwas kennen wir garnicht. Eine schöne Abwechslung! (Wenngleich meine Arme mittlerweile ziemlich schnell ermüden und Tragen nicht mehr zu meiner Lieblingsbeschäftigung gehört!) Deine Schwester ist Dein Held – ohne Zweifel! Und gleich danach kommt – wie sollte es auch anders sein – Papiiiii! Rumspassen tust Du mit den beiden unglaublich gern! Aber wenn es ums essen oder schlafen geht, dann muss Mami ran. Da bist Du so ganz anders als Deine Schwester – die Brust ist Dir das liebste und wir haben ewig gebraucht, bist Du auch ein Fläschen genommen hast. Und das Nuki – das fliegt nach wie vor ziemlich schnell im hohen Bogen durch die Gegend!

Du kleiner Sonnenschein – wir sind so froh, Dich zu haben!

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Erziehungsfragen

15. Juli 2011

Laut dem lieben Professor-Ehemann bin ich streng. Sehr streng sogar wenn es um die beiden kleinen Damen geht. Naja, ist wohl was wahres dran – aber irgendwie muss ich ja den Ausgleich zu Papa, der keine Träne seiner Prinzessinnen sehen kann, stellen. Und so schimpfe ich. Oft sogar. Meist funktioniert es auch… Aber was ich vor ein paar Tagen erlebte, das hat mich dann doch zum nachdenken gebracht. Little A. Freundin war bei uns – wie so oft nachmittags nach dem Kindergarten. Sie kommen zusammen im Bus nach Hause und wehe, wenn sie sich nicht gegenseitig besuchen dürfen (wir wohnen im gleichen Haus). Dann haben wir eine herzerweichende Szene im Eingangsbereich und ganz, ganz viele Tränen. Also war Little S. bei uns… und da es spät wurde, setzte ich den beiden Essen vor. So weit, so gut. Little A. ist ja nicht dafür bekannt, sich durch fleissiges essen auszuzeichnen… und so fing sie an – wie meistens – mit dem Essen ein wenig zu spielen. Little A. machte natürlich mit. So weit so gut. Jetzt kam aber die Mutter. Und das Theater ging los. Sie fand es nämlich überhaupt nicht akzeptabel, dass ihre zweijährige Tochter Reis mit den Fingern ass… Und so kam was kommen musste – für eine ganze Woche darf Little A. mit ihrer Freundin nicht spielen; eine Strafe, die nicht nur das andere Kind sondern auch unseres ziemlich trifft. Eine Strafe, die ich so nicht gegeben hätte – und schon garnicht wegen dieses Benehmens.


Schlafen…

15. Juli 2011

… das würde ich mal gern wieder ungestört. So für ein paar Stündchen (an eine ganze Nacht wage ich ja garnicht zu denken). Aber irgendwie bekommen es die beiden Damen immer wieder prima hin, sich beim Mama-wecken abzuwechseln… Und so hatte ich jetzt drei aufeinanderfolgende wirklich schlechte Nächte. Meine Hirnmasse wird immer weicher und meine Konzentration scheint schon garnicht mehr zu existieren. Liebe kleine Damen: Mama studiert. Rechnet den Faktor doch bitte einmal mit in Eure Schlafgleichung ein!


Das erste Mal

12. Juli 2011

Davon gab es in der letzten Zeit einige an der Uni: zum ersten Mal einen Vortrag gehalten (er ist gut gelaufen und ich habe ein Dozentenangebot bekommen). Zum ersten Mal eine Einladung zu einem Kongress bekommen. Zum ersten Mal ein Riesenlob von meiner derzeitigen Betreuerin bekommen.

Nachdem ich im ersten Semester so daran gezweifelt habe, bin ich derzeit wirklich zufrieden. Und vor allem bin ich gespannt auf das, was da kommt!


La Ola Verde

12. Juli 2011

… war Hoffnung. Und die ist gestorben. Leider… Das Projekt ist gescheitert und es scheint wohl doch eher nach dem Motto zu gehen: für eine Stimme mache ich alles. Zumindest für die Mehrheit der Politiker dieses Landes.

Das Auseinanderfallen der Partei der Grünen mit dem Austritt von Mockus und dem Zustimmen von Peñaloza zu einer Allianz mit der Partei des Ex-Präsidenten fiel merkwürdigerweise mit einem Forum an der Uni zusammen, welches zum Thema passte. Ein Diskussionspunkt war in wie fern das derzeitige Wahl- und Politiksystem dazu beiträgt, dass es keine starken Parteien in diesem Lande gibt und welche Auswirkungen das insbesondere auf Korruption hat. Sehr interessant – und sehr traurig, dass es auch die Ola Verde nicht geschafft hat, sich dem zu widersetzen.


Es wird spannend

12. Juli 2011

… nach über einem Jahr am gleichen Ort. Das konnte ja nicht wirklich von Dauer sein. Heute kam die Bestätigung – im nächsten Jahr machen wir uns wieder auf den Weg. Mal schauen, was das wird… Im Moment sind wir am planen, abwägen, erkunden – genaueres gibt es dann bald. Nur soviel – es ist kein neues Land 😉


Realitätscheck

22. Juni 2011

Wir wussten ja, dass ein Profesorengehalt uns nicht unbedingt grosse Sprünge erlauben würde – zumal wenn Frau Mama an einer Privatuni (ja genau, mit Studiengebühren) ihren Doktor macht und zwei Kleinkinder auch noch mit versorgt werden müssen. Aber uns geht es gut. Das Geld reicht, auch wenn wir jetzt am Monatsende häufiger mal rechnen müssen. Wir können den Kindergarten bezahlen, die Uni und eine Haushälterin (ohne die das Studium eh nicht möglich wäre).

Es ist allerdings nicht so einfach, wenn man von Freunden (und Familie) umgeben ist, die keine Geldsorgen kennen. Die ein Ferienhaus haben. Die einfach so mal nach Europa fliegen (mit Kind und Kegel). Die in den Club gehen können. Die kurz gesagt einfach wissen, dass Geld immer da ist und da sein wird.

Dann jedoch treten immer wieder mal Situationen auf, die mir/ uns zurück in die wirkliche Realität dieses Landes vor Augen halten – und nicht diese Parallelwelt der oberen 10.000. So geschehen vor kurzem. Ich habe, mal wieder, Papiere sortiert und dabei festgestellt, dass unsere Dokumentenmappa a) leicht kaputt ist und b) zu klein wurde. Also kaufte ich eine neue und schmiss die alte weg. Einen Tag später erzählte mir dann meine Haushälterin, dass sie unsere alte Mappe nicht wegschmiss, sondern sie mit nach Hause nahm und ihre Tochter sie nun für die Schule nimmt. Normalerweise denken wir immer darüber nach, ob sie die Sachen gebrauchen kann, die wir wegschmeissen würden. Diesmal hatte ich es schlicht vergessen… Und so weiss ich mal wieder: uns geht es gut!